Geschichte der Stadt Wörth

... zusammengestellt von Fritz Jörgl (ergänzt am 08.12.2006)

Gewiss ist, dass Werd (=Flussinsel) schon zur Zeit der Agilofinger bestand, bzw. dass sich hier ein bischöfliches Kloster schon vor Herzog Thassilo II. im 8. Jahrhundert befand.
In der "Fülle der Schönheit" soll der Ort zu Beginn des 9. Jahrhunderts unter Bischof Tuto gestanden sein. Der Chronist spricht von den "paradiesischen" Weinbergen, doch dann kamen die Hunnen und zerstörten auch das Kloster St. Peter in Werd.
Als besonderer Anziehungspunkt behauptet sich das mächtige, stehende Schloss, hoch oben auf dem alles beherrschenden Schlossberge, um dessn massige Türme seit Jahrhunderte geschwätzige Dohlen fliegen. Der Marktflecke Wörth und die Gewaltige Burganlage ist reich an Geschichte.

Wörth - ein häufiger Ortsname

Urkunde Uuerit
Urkunde Uuerit

von Ludwig Schindler (2001)

Der Ortsname Wörth kommt in Deutschland recht häufig vor. Das Postleitzahlenbuch nennt diesbezüglich zehn Ortschaften. Daneben gibt es in größeren Städten Ortsteilbezeichnungen mit "Wörth". Als Beispiel soll hier Regensburg stehen. Dort heißt ein Stadtteil Oberer Wöhrd und ein weiterer Unterer Wöhrd. Aber auch eine Reihe von Flurnamen gibt es in unserem Raum: Ammerwörth, Große Wörthe, Stöcklwörth und Wörth-Au.

Nicht stoßen darf man sich nun an der Schreibweise der Wörth-Orte. Entscheidend ist, dass allen die althochdeutsche Wortwurzel "Uuerid" zugrundeliegt. Dies war die ursprüngliche Bezeichnung für Siedlungen und Grundstücke, die an Gewässern lagen, also an Strömen, Flüssen, Seen und Altwässern, oder die sogar ganz oder auch teilweise vom Wasser umgeben waren: Inseln und Halbinseln.

Wörth an der Donau verdiente nun aus zwei Gründen seinen Namen.

Urkunde Uuerit
Urkunde Uuerit

Da floss zum einen die Donau im Süden viel näher am Ort vorbei. Beweise hierfür sind Stiche aus dem 17. Jahrhundert und auch Albrecht Altdorfers berühmtes Aquarell aus dem 16. Jahrhundert "Donaulandschaft bei Regensburg mit Schloss Wörth" ist dafür ein Beleg.
Die Insellage Wörths, hier vor allem des Schlossberges, wurde vervollständigt durch stehende Gewässer im Norden, deren letzter Rest, der sogenannte Baderweiher, erst 1926 endgültig aufgefüllt worden ist.

aus: Ludwig Schindler, Großgemeinde Stadt Wörth in Vergangenheit und Gegenwart, Straubing 2001

Quellen: Archivrepertorien des Historischen Vereins; Urkundenregesten des Historischen Vereins; L. Schindler: 2001 Großgemeinde Wörth; J. Dollhofer: 1972 Das Walhalla-Bockerl; Schlossverwalterrechnungen aus dem Archiv Thurn und Taxis; Ottfried Fraunhofer in der Zeitschrift "Die Oberpfalz" Heft August 1930 - Wörth an der Donau; Historischer Atlas von Bayern - Regensburg I 1976; Die Kunstdenkmäler von Bayern - Bezirksamt Regensburg; Staatsarchive: Amberg, Landshut, München; Schuegraf-Chronik vom dem Herrschaftsgerichte und Markte Wörth